Zero.Waste.City

Gewerbe, Handel und Events

Der Sektor Gewerbe setzt sich aus sehr unterschiedlichen Teilbereichen zusammen.

Zur besseren Unterscheidung des Abfallaufkommens und den abzuleitenden Maßnahmen wurde der Sektor deswegen um die beiden Untersektoren Handel und Events ergänzt.

 

Zero.Waste City Schwerpunkt Gewerbe, Handel und Events

Gewerbe

Dieser Sektor umfasst alle in der Landeshauptstadt Kiel ansässigen Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Dienstleistungen, Handwerk, Handel und Events, aber auch den Bausektor. Möglich ist beispielsweise die Umstellung auf eine ressourcenschonende Produktgestaltung oder auch die Nutzung von Mehrweg-Transportverpackungen.

Die meisten Abfälle in diesem Sektor werden nicht über den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, sondern von privaten Entsorger*innen entsorgt. Derzeit werden große Mengen gewerblicher Abfälle allerdings nicht statistisch erfasst. Um den Fortschritt in der Abfallreduktion messen und den Erfolg einzelner Maßnahmen einordnen zu können, sollen die Abfälle aus Produktion und Gewerbe daher zunächst erfasst werden.

Mehr Nachhaltigkeit im Gewerbe

Nachhaltigkeit nimmt in Unternehmen eine immer größere Stellung ein. Dies spiegelt sich auch in einer abfallärmeren Produktion wieder. Damit die eingeführten Maßnahmen im Sektor Gewerbe auch langfristig erfolgreich sind, muss das Abfallaufkommen von der Wirtschaftsleistung entkoppelt werden. Ein Indikator dafür ist die Abfallintensität, welche das Abfallaufkommen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beschreibt. Der Wohlstand unserer Gesellschaft kann durch diese Entkopplung aufrechterhalten werden und die Umwelteinwirkungen reduzieren sich gleichzeitig.


Ziel 1: Die Abfälle aus Produktion und Gewerbe sollen 1. erfasst und 2. soll die Abfallintensität (Abfallaufkommen/ BIP) des Abfalls aus Produktion und Gewerbe bis 2035 halbiert werden.

Für den Sektor Haushalte wurden 22 Maßnahmen erarbeitet. Diese können nicht alle auf einmal, sondern sollen nach und nach umgesetzt werden.

  • Zero Waste-Straße
  • Beratungsgespräche vor Gebäudeabbrüchen
  • Selbstverpflichtung zur Nutzung wiederverwendbarer Transportverpackungen
  • Errichtung einer Bauteile- und Bodenbörse Kiel
  • Verpflichtender Rohstoff-Gebäudepass
  • Selbstverpflichtung zum Rezyklatanteil und zu Verwendung nachwachsender Rohstoffe in öffentlichen Gebäuden in Kiel
  • Beratungsangebot für Unternehmen speziell für industrielle Symbiosen
  • Erhalt von bestehenden Gebäuden statt Abriss
  • Vernichtungsverbot für Retouren und Überhänge öffentlich anregen
  • Partnerschaften mit Unternehmen (z. B. um Second-Hand-Kaufhäuser zu unterstützen & Einwegverpackungen zu reduzieren)
  • Förderung abfallarmer Reiseprodukte, z. B. durch Initiativen mit Kieler Hotels
  • Ressourcenschonendes und abfallarmes Bauen über den Einsatz von Sekundär- und Recyclingmaterialien als auch über nachhaltige Materialien fördern
  • Einsatz von Recycling-Materialien sowie nachhaltigen und nachwachsenden Baustoffen am Leuchtturmprojekt „Feriendorf Falckenstein“
  • Selbstverpflichtung für Zero Waste-Konzepte in Restaurants
  • Flächendeckendes Angebot zum Foodsharing, auch für Produktionsreste
  • Unterstützung bei der Umsetzung der Gewerbeabfallsortierung
  • Beratung für bzw. Zusammenarbeit mit Unternehmen zur Identifikation von Einsparungsmöglichkeiten im Betrieb durch die Einführung von Umwelt- und Abfallvermeidungsmaßnahmen (am Beispiel Ökoprofit)
  • Freiwillige gewerbsinterne Implementierung einer Zero Waste-Strategie
  • Mehrwegboxen für Take Away-Essen unterstützen
  • Secondhand Kaufhäuser mit größerem und modernerem Angebot ausstatten und bewerben
  • Fishing for Litter unterstützen
  • Zero Waste-Wettbewerb für Firmen

Handel

Der Handel umfasst alle Unternehmen, die sich dem Kauf und Verkauf von Waren und Wirtschaftsgütern widmen. Dies reicht vom Lebensmitteleinzelhandel, über Bekleidungsgeschäfte und Baumärkte bis zum Reifenhandel. Der Handel kann u.a. zur Bewusstseinsbildung von Verbraucher*innen beitragen und durch das Angebot von regionalen, unverpackten Waren zur Abfallvermeidung beitragen. Eine Möglichkeit ist auch das Spenden von nicht mehr zum Verkauf geeigneten Lebensmitteln an soziale Einrichtungen.

Mehrwegbecher als Vorbild

In vielen Cafés und Bäckereien ist es bereits möglich, einen eigenen Mehrwegbecher befüllen zu lassen. Beispielsweise wurde 2019 in Kiel unter dem Slogan „Kiel geht Mehrweg“ die zurzeit größte Pfandbecherinitiative in Schleswig-Holstein gestartet. Dieses Prinzip soll ein Vorbild für den restlichen Handel sein und Mehrwegverpackungen wieder zum Normalfall werden. Es soll nicht nur möglich sein, selbstmitgebrachte Verpackungen zu nutzen, Einwegverpackungen sollen vielmehr nur in begründeten Ausnahmen erlaubt sein (beispielsweise aus hygienischen oder gesetzlichen Gründen).

Kiel kauft unverpackt

In Kiel wurde der erste verpackungsfreie Laden Deutschlands eröffnet. Bis 2025 soll es auch mindestens ein Pilotprojekt für einen unverpackten Drogeriemarkt geben. Denn gerade bei Drogerieprodukten sind Mehrwegsysteme und unverpackte Produkte gut umsetzbar. Doch auch anderen Kieler Geschäften soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Zero Waste-Bemühungen durch ein neues Zero Waste-Label zu kommunizieren und die Kieler*innen über eine abfallarme Einkaufsmöglichkeit zu informieren.


Ziel 1: Bis 2025 gibt es keine Einwegverpackungen mehr auf lokalen Märkten in der Landeshauptstadt Kiel soweit dies gesetzlich, als auch aus hygienischen Gründen möglich ist.

Ziel 2: Bis 2025 soll es mindestens ein Pilotprojekt für einen unverpackten Drogeriemarkt geben.

Ziel 3: Bis 2035 haben 30% der Kieler Geschäfte ein Zero Waste-Label.

Für den Sektor Haushalte wurden 9 Maßnahmen erarbeitet. Diese werden nicht alle auf einmal, sondern nach und nach umgesetzt.

  • Rabatte beim Mitbringen von eigenen Verpackungen
  • Selbstverpflichtung für Mehrwegquote im Kieler Handel
  • Förderung unverpackter, regionaler Lebensmittel
  • Mehrweglösungen in Drogeriemärkten
  • Stadtteilmärkte ohne Einwegverpackungen
  • Ausweitung Runder Tisch Plastiktütenfreies Kiel
  • Mehrweg-Obstbeutel und Brottüten
  • Erscheinungsrhythmus von Supermarkt-Werbeprospekten strecken oder auf Vor-Ort-Aushänge reduzieren
  • Zero Waste-Label

Events

Dieser Sektor beinhaltet sowohl alle Events, die von der Landeshauptstadt Kiel organisiert werden, als auch Events, die von Externen auf städtischen Flächen organisiert werden. Insbesondere stehen Großveranstaltungen wie Festivals, Messen und Sportveranstaltungen im Fokus, da hier große Abfallmengen entstehen. Gleichzeitig kann eine große Anzahl an Besucher*innen für das Thema Zero Waste sensibilisiert und über Handlungsalternativen informiert werden.

Möglichkeiten für Veranstaltungen sind beispielsweise die Umstellung von Einweg- auf Mehrweggeschirr und die getrennte Sammlung von Abfällen. Das Pfandsystem, welches 2019 auf der Kieler Woche eingeführt wurde, ist ein gutes Beispiel für den Erfolg von Mehrweglösungen bei Veranstaltungen.


Ziel 1: Bis 2025 gibt es auf den Events, die von der Landeshauptstadt Kiel organisiert werden, nur noch Mehrweggeschirr. Bis 2030 gibt es auf allen Events, die auf den städtischen Flächen stattfinden, nur noch Mehrweggeschirr.

Ziel 2: Auf allen Events in der Landeshauptstadt Kiel muss es obligatorisch Abfallbehälter für wiederverwertbare und kompostierbare Abfälle geben. Nach Möglichkeit sollen auch Kontrollen und Hilfen bei der Trennung bereitgestellt werden.

Für den Sektor Haushalte wurden 10 Maßnahmen erarbeitet. Diese können nicht alle auf einmal, sondern sollen nach und nach umgesetzt werden.

  • Verbot von Einwegverpackungen auf allen Kieler Events
  • Verpflichtung von Foodsharing-Angeboten auf Events in Kiel
  • Zero Waste-Standards für Events in Kiel
  • Aufbau/Ausbau von Verleihsystemen
  • Mülltrennung auf Events
  • Selbstverpflichtung zur Nutzung von wiederverwendbarem Equipment für Events
  • Gezielte und abfallarme Werbung
  • Digitale Tickets
  • Ausweitung des Angebots mobiler Spülstationen in der Landeshauptstadt Kiel
  • Zero Waste-Picknick


 

 

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