Stolpersteine - ein Kunstprojekt

Die "Stolpersteine" sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig (Jahrgang 1947). Die in Fußwege eingebetteten Gedenksteine halten die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus - jüdische Bürger, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und "Euthanasie"-Opfer - wach.

Jeder Stolperstein ist einem Menschen gewidmet, der durch nationalsozialistische Gewalt zu Tode kam. Seit 2003 hat Gunter Demnig in über 1.300 Städten und Gemeinden in Deutschland und 21 weiteren Ländern Europas mehr als 68.000 Steine verlegt.

Demnigs Intention ist es, den Opfern ihre Namen zurückzugeben:
"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist."

Auf den etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Stolpersteinen sind kleine Messingplatten mit den Namen und Lebensdaten von NS-Opfern angebracht. Sie werden vor dem letzten bekannten und frei gewählten Wohnort in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Finanziert werden die Stolpersteine durch private Spenden. 
 

Chronik

In Kiel wurden im Oktober 2006 auf Initiative der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Abstimmung mit der Landeshauptstadt Kiel die ersten fünfzehn Stolpersteine für jüdische Opfer verlegt.

Seit 2007 wird auf Initiative der ver.di-Projektgruppe Stolpersteine auch der anderen Opfer des NS-Terrors gedacht.

Ein Arbeitskreis, bestehend aus ehrenamtlich Engagierten sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Landeshauptstadt Kiel, bereitet die jährlichen Verlegungen vor.

Seit 2008 übernehmen Schülerinnen und Schüler verschiedener Kieler Schulen Patenschaften für einzelne Stolpersteine. Sie recherchieren die Lebensläufe der Opfer und erstellen Informationstexte. Dabei werden sie von fachkundigen, ehrenamtlich tätigen Menschen auf der Grundlage umfangreicher Recherchen unterstützt und begleitet.

2011 haben Schülerinnen und Schüler für das Projekt "Eine Stimme gegen das Vergessen" einen Audioguide erstellt und Routen zum Besuch von Stolpersteinen erarbeitet.

Informationen zu den Stolpersteinen für unterwegs finden Sie außerdem über die kostenlose App "Stolpersteine Kiel"

Am 21. September 2020 wird die vorerst letzten Stolpersteine in Kiel verlegt. An dieser Stelle bedankt sich die Landeshauptstadt Kiel bei allen Bürger*innen, die bei den Stolpersteinverlegungen mitgewirkt haben.

Spenden sind weiterhin willkommen. Das Spendenkonto der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schleswig-Holstein e.V. bei der Förde Sparkasse bleibt bestehen.

Spendenkonto

Sie möchten mithelfen das Andenken an die Opfer wachzuhalten. Sie können das auch mit einer Spende tun.

Damit unterstützen Sie Gedenkveranstaltungen, Kooperationen sowie Stolpersteinverlegungen. Ein Stein einschließlich Verlegung kostete 120 Euro.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schleswig-Holstein e.V.
Förde Sparkasse
IBAN: DE74 2105 0170 0000 3586 01
Stichwort „Stolpersteine"