Kiels Mitte bekommt ein neues Gesicht. Ein Wettbewerb bringt Ideen auf der ganzen Linie. Vom Holstenplatz bis zum Alten Markt werden die Straßen und Plätze neu gestaltet.

Die Kieler Innenstadt verändert sich: Wer in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr in Kiel war, wird die Innenstadt schon heute an vielen Stellen kaum wiedererkennen. Ob Bootshafen, Kleiner Kiel-Kanal, neue Wohnungen, sanierte Gebäude oder neu gebaute Geschäftshäuser - überall sind die Veränderungen sichtbar. Kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen: Jetzt schaut Kiel auf seine Holstenstraße, eine der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands.

Wie soll das Herz der Innenstadt zukünftig aussehen? Was kann man auf den Plätzen erleben? Wo sind Orte zum Ausruhen und wo sollen die vielen Veranstaltungen vom Flohmarkt bis zum Weihnachtsmarkt stattfinden, die die Innenstadt so unverwechselbar machen? Wo können Kinder besonders gut spielen, und wo können wir mit Brunnen und Wasserspielen das Wasser in die Stadt holen? Wie kann zukünftig der Holstenplatz als zentrale Haltestelle für ein hochwertiges ÖPNV-System aussehen? Und wie können dabei alle Orte in der Innenstadt noch besser erreicht werden?

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu erhalten, hat der Bauausschuss beschlossen, einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb für die Holstenstraße und die benachbarten Plätze auszuloben. Zurzeit entwickeln 15 Landschaftsarchitekturbüros in diesem Wettbewerb ihre Ideen, wie Kiels Mitte neu gestaltet werden kann. 

 
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Kleiner Kiel-Kanal, Nordbecken
Mehr Aufenthaltsqualität, mehr Lebensqualität, mehr private Investitionen: Der Kleine Kiel-Kanal hat vorgelegt.
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Asmus-Bremer-Platz bei Nacht mit Weihnachtsmarkt
Weihnachtsmarkt auf dem Asmus-Bremer-Platz: Schöne Veranstaltungen werten die Innenstadt auf
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Holstenplatz mit Außengastronomie
Draußen essen und trinken auf dem Holstenplatz: Gastronomie gehört dazu
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Blick durch die obere Holstenstraße Richtung Alter Markt
Das nördliche Ende des Wettbewerbsgebiets: die obere Holstenstraße
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Blick vom Asmus-Bremer-Platz durch die Hafenstraße zur Förde
Sichtachsen links und rechts der Holstenstraße spielen eine Rolle
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Gezeichneter Plan
Planzeichnung zur Umgestaltung des Asmus-Bremer-Platzes 1977
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Qualität und Schönheit schaffen Werte

Wir müssen gar nicht weit in andere Städte gucken - andere Städte gucken auf uns: Der Kleine Kiel-Kanal zeigt was passiert, wenn eine Stadt in die Qualität und Schönheit ihrer Straßen und Plätze investiert.

Dann entstehen nicht nur neue Orte zum Bummeln, Flanieren, Spielen und Ausruhen für alle Menschen: Auch private Eigentümer*innen werden angeregt, in den Um- und Neubau ihrer Immobilien zu investieren. Eine Erfolgsstory - rund um den Kleinen Kiel-Kanal entstehen neue Wohnungen, Geschäfte und Hotels im Wert von über 100 Millionen Euro.

 
Das Wettbewerbsgebiet
Karte des Wettbewerbsgebiets


Chronik & nächste Schritte

7. - 31. Dezember 2020
Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten
 

1. und 2. Dezember 2020
Preisgerichtssitzung - Am Ende des Wettbewerbsverfahrens beraten Fachleute unter anderem aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Architektur, Verkehrs- und Stadtplanung sowie aus der Stadtverwaltung, dem Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein und Kaufleute über die Ergebnisse und wählen den besten Entwurf für die weitere Bearbeitung aus.
 

30. Juni 2020
Europaweite Bekanntmachung des Wettbewerbs - Der Wettbewerb ist so umfangreich, dass er nach den Vorschriften des Vergaberechts europaweit ausgeschrieben werden muss. Aus den zahlreichen Bewerbungen wurden 15 Teilnehmer*innen / Büros ausgewählt.
 

4. Juni 2020
Beschluss im Bauauschuss über den Auslobungstext und die Durchführung des Wettbewerbs
 

17. Dezember 2019
Vorstellung der Wettbewerbs-Auslobung im Ortsberat Mitte
 

7. September 2018
Bürgerbeteiligungs-Veranstaltung Offenes Innenstadtatelier - Einen Tag lang stand die Stadtverwaltung im Holstentörn für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Viele Ideen und Wünsche der Bürger*innen sind in die Wettbewerbsbedingungen eingeflossen.

 


Häufige Fragen – und die Antworten

Auf jeden Fall anders. Es soll zukünftig zum Beispiel mehr Sitzmöglichkeiten und mehr Spielflächen für Kinder geben. Bäume sollen (möglichst) erhalten werden. Die einzelnen Bereiche der Innenstadt (Altstadt, Vorstadt) sollen durch unterschiedliche Materialien wahrnehmbar werden.

Aber auch die Plätze neben der Holstenstraße sollen wieder mehr Attraktivität bekommen, um dort zu bummeln, zu flanieren oder sich einfach auszuruhen.

Im Dezember 2020 werden die Pläne der Wettbewerbsgewinner*innen auch auf dieser Seite veröffentlicht und zusätzlich in einer Ausstellung präsentiert.

Derzeit kann noch keine Aussage zu den möglichen Kosten gemacht werden, da bisher noch kein Entwurf vorliegt. Zunächst sollen mit dem Planungswettbewerb unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und die beste Lösung durch ein Preisgericht ausgewählt werden.

Die teilnehmenden Büros sollen aber schon im Wettbewerb ein wirtschaftliches Maß zwischen Gestaltungsanspruch und Realisierbarkeit finden. Die ausgewählten Möblierungen und Materialien sollen zudem möglichst wenig Folgekosten verursachen.

Die neue Gestaltung soll mit städtischen Mitteln und sogenannten Städtebaufördermitteln finanziert werden; das heißt von den Gesamtkosten übernimmt die Landeshauptstadt Kiel nur einen Teil.

So musste die Landeshauptstadt Kiel beispielsweise bei der Planung und Realisierung des Kleinen Kiel-Kanals nur einen Anteil von rund einem Drittel der Gesamtkosten tragen. Kurz gesagt: Die Stadt bekommt mit Städtebaufördermitteln einen Zuschuss, um bestimmte Projekte der Innenstadtentwicklung Kiels - wie etwa den freiraumplanerischen Wettbewerb für die Holstenstraße - zu finanzieren.

Das Geld fließt nicht einfach so, sondern ist an bestimmte Ziele, Regeln, Gesetze und Vorgaben gebunden. Geregelt ist all das im Grundgesetz, im Baugesetzbuch und in den Städtebauförderungsrichtlinien des Landes Schleswig-Holstein.

Anfang Dezember 2020 entscheidet die Jury, welches Büro den freiraumplanerischen Wettbewerb gewinnt.

Nach dem Wettbewerb muss die Ratsversammlung zunächst entscheiden, dass der*die Preisträger*innen mit der weiteren Planung beauftragt werden und welcher Bereich als 1. Bauabschnitt umgesetzt werden soll.

Danach folgt die sogenannte Entwurfsplanung, die die Ideen aus dem Wettbewerb weiter ausarbeitet und vertieft.

 

Die Holstenstraße, die angrenzenden Plätze und die Andreas-Gayk-Straße werden nicht alle auf einmal umgebaut. 

Im Dezember 2020 liegen die Ergebnisse des Wettbewerbs vor. Damit ist die Richtung klar, in die es gehen wird, und die weitere Planung kann beginnen. Die Planung wird konkretisiert, Bauabschnitte werden gebildet und Terminpläne konkreter. Bevor es weitergeht, muss die Ratsversammlung zustimmen und den Auftrag erteilen, dass weiter geplant wird.

Nach der Beschlussfassung zur weiteren Planung auf Basis eines Wettbewerbsergebnisses ist eine Planungszeit von mindestens zwei Jahren erforderlich. Das heißt, dass ein Baubeginn vor 2023 ausgeschlossen ist.

Damit haben die Geschäftsleute der Innenstadt Planungssicherheit, dass mindestens die kommenden zwei Jahre keine Einschränkungen durch Baustellen mit sich bringen. 

Die gesamte Fläche des Wettbewerbsgebietes beträgt 3,4 Hektar - das entspricht fast fünf Fußballfeldern. Es umfasst die Holstenstraße, den Holstenplatz, die Andreas-Gayk-Straße, den Heinrich-Ehmsen-Platz mit westlicher Fabrikstraße, den nördlichen Stresemannplatz und den Asmus-Bremer-Platz.

Hier stoßen ganz unterschiedliche Arten von öffentlichen Räumen aufeinander: breite Straßen für die zukünftige ÖPNV-Trasse, kleine grüne Plätze, Veranstaltungsflächen und Fußgänger*innenbereiche. Eine herausfordernde, aber spannende Aufgabe für die Planer*innen.

 

Selbstverständlich - die Anforderungen an eine barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums werden berücksichtigt.

Bei der Vorbereitung des Wettbewerbs waren auch der Beirat für Menschen mit Behinderungen und der Beirat für Senior*innen eingebunden, um über die ohnehin vorgeschriebenen Ziele hinaus auch die Wünsche und Anregungen der Beiräte aufzunehmen. 

Die Preisgerichtssitzung ist grundsätzlich nicht öffentlich. Das ist in den sogenannten „Richtlinien für Planungswettbewerbe“ festgelegt.

Jedoch werden zwei Bürger*innen - unter der Maßgabe der Verschwiegenheit - die Möglichkeit haben, als Gäste teilnehmen. Die Auswahl erfolgt per Losentscheid. Wo und wie man sich bewerben kann wird rechtzeitig bekanntgegeben.