Kiel auf dem Weg zur Zero.Waste.City.

Abfall vermeiden, Ressourcen schonen - Kiel macht sich auf den Weg Zero.Waste.City zu werden.

Abfälle zu vermeiden ist das wichtigste Ziel aller abfallwirtschaftlichen Planungen. Es muss gelingen, die Verschwendung von natürlichen Ressourcen als Abfall zu minimieren. Darum hat die Ratsversammlung im Jahr 2018 beschlossen, dass die Landeshauptstadt Zero.Waste.City werden soll.

Als erste Stadt Deutschlands hat sich Kiel dem Netzwerk „Zero Waste Europe“ angeschlossen. Nun sollen gemeinsam mit den Kieler*innen, der Stadtverwaltung, den Abfallentsorgern, dem Gewerbe, der Politik, den Vereinen und Initiativen Maßnahmen zur Abfallvermeidung definiert und in einem Zero-Waste-Konzept festgehalten werden. Dadurch sollen Abfälle in Kiel zukünftig deutlich weniger werden.

Zero Waste bedeutet dabei auf keinen Fall nur Verzicht. Es kann das Leben einfacher machen und einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Ob im Haushalt, Büro oder auch in der Industrie: Abfälle lassen sich auf allen Ebenen einsparen. 
 

 

 

Wir haben ein Konzept: Schauen Sie rein!

Das Zero Waste-Konzept ist fertig. Werfen Sie gerne schon einen Blick hinein!

Gemeinsam haben wir in den vergangenen Monaten mit den Kieler*innen den kommunalen Fahrplan für Kiels Weg zur Zero.Waste.City erarbeitet. Zusammen mit der entsprechenden Beschlussvorlage wird das Zero Waste-Konzept im September 2020 in verschiedenen Fachausschüssen beraten, bevor beides am 19. November 2020 der Kieler Ratsversammlung zum Beschluss vorgelegt werden soll.

 

 

 

 


Konzepte & Projekte: Das läuft

Was bedeutet Zero Waste?

Zero Waste, wörtlich übersetzt „Null Abfall“, meint den Erhalt aller Ressourcen durch verantwortungsvolle/n Produktion und Konsum sowie die Wiederverwendung und Verwertung von Produkten, Verpackungen und Materialien.

Nach dem Zero Waste-Prinzip werden keine Ressourcen verbrannt und es werden keinerlei Abfälle in Land, Wasser oder Luft eingetragen, die der Umwelt oder der menschlichen Gesundheit schaden könnten (Zero Waste International Alliance, 2018).
 

Bei der Zero Waste-Strategie wird das Abfallmanagement entlang der sogenannten Abfallhierarchie ausgerichtet, die unter anderem auch im deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetz verankert ist.

 

Auf der Spitze stehendes Dreieck mit den Stufen der Abfallhierarchie

Maßnahmen zur Abfallvermeidung stehen hier an oberster Stelle. Diese Maßnahmen verhindern, dass Abfall überhaupt erst anfällt, indem zum Beispiel auf unnötige Verpackungen verzichtet wird, das Produktdesign verpackungs- und verschnittarm ausgerichtet wird oder Einwegprodukte gar nicht erst hergestellt werden.

An zweiter Stelle der Abfallhierarchie folgt die „Wiederverwendung“. Dabei werden Gegenstände oder Materialien, die eigentlich noch gar kein Abfall sind, aber dennoch häufig in der Tonne landen, für denselben Zweck weiterverwendet. Gemeint ist hiermit zum Beispiel die Reparatur der kaputten Kaffeemaschine oder auch das Weitergeben von Kleidung als Second Hand Produkt.

Nach der „Wiederverwendung“ folgt in der Abfallhierarchie das „Recycling“. Bei dem Recycling werden Abfallprodukte so aufbereitet, dass sie anschließend für denselben oder auch für einen anderen Zweck weiterhin genutzt und somit dem Kreislauf zurückgeführt werden. Da Recyclingprozesse aber Energie und teils auch den Einsatz von Primärrohstoffen erfordern, steht dies erst an dritter Stelle der Abfallhierarchie.

An vierter Stelle steht die Verwertung. Hierbei ersetzen Abfallprodukte die Funktion von anderen Produkten, sodass sie weiterhin einen bestimmten Zweck erfüllen. Ein Beispiel hierfür ist die thermische Verwertung (Verbrennung) von Abfällen zur Energie- und Wärmeerzeugung.

An unterster Stelle der Abfallhierarchie steht die Beseitigung, bei der Abfallprodukte weder von Anfang an vermieden, noch wiederverwendet, recycelt oder verwertet werden können. Zu den Maßnahmen der Beseitigung zählt beispielsweise die Deponierung.

Eine Zero.Waste.City verpflichtet sich dazu, diesen Weg der Abfallvermeidung und Ressourcenschonung einzugehen und das Abfallmanagement nach der Abfallhierarchie auszurichten. Sie entwickelt konkrete Maßnahmen, um dem Zero Waste-Ziel in den kommenden Jahren immer näher zu kommen, kommuniziert Maßnahmen und Ziele an die breite Öffentlichkeit und evaluiert die Erreichung der Teilziele.

 

 

412.000.000

Tonnen Abfall in Deutschland - jedes Jahr

Ihre Ansprechpartnerin

Tatjana Allers M.Sc.
Projektleiterin Zero.Waste.City.

Landeshauptstadt Kiel, Umweltschutzamt

0431 901-3705


Förderung

Die Erstellung des Zero Waste-Konzeptes wird unter dem Titel KSI: Innovatives Klimaschutzteilkonzept „Zero Waste für die Landeshauptstadt Kiel“ im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative von dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.
 

Nationale Klimaschutzinitiative
 

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucher*innen ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.

Weitere Informationen zu der Projektförderung sind auf der Webseite des Projektträgers Jülich unter folgendem Link zu finden: www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen
Laufzeit des Projektes: 1. Mai 2019 bis 31. August 2020, Förderkennzeichen: 03K11012