Finale: Kiel ist nominiert für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021

Die Landeshauptstadt Kiel gehört zu den drei nominierten Großstädten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Neben München und Stuttgart steht Kiel damit im Finale. Prämiert werden Kommunen, die sich dem Wandel mit einer umfassenden, nachhaltigen Stadtentwicklung stellen.

Im Juni 2020 führten das Büro Deutscher Nachhaltigkeitspreis gemeinsam mit Expert*innen des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und des kommunalen Umweltschutzverbandes ICLEI vertiefende Interviews mit den Nominierten.

Die Auszeichnung ist mit je 30 000 Euro für Nachhaltigkeitsprojekte von der Allianz Umweltstiftung dotiert und wird von der Bertelsmann Stiftung im Rahmen des SDG-Portals unterstützt. Die erfolgreichsten Kommunen sind während des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 3. und 4. Dezember 2020 in Düsseldorf zu Gast.
 

In der Kurzbegründung der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises (DNP) heißt es zur Nominierung:

„Als Agenda 2030-Kommune und einzige deutsche Landeshauptstadt am Meer sieht sich Kiel in besonderer Verantwortung zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele, vor allem in puncto Klimaschutz. So ist Kiel seit 1996 Klimaschutzstadt, rief als erste deutsche Landeshauptstadt den Klimanotstand aus und will noch deutlich vor 2050 klimaneutral werden. Dafür werden im Rahmen des 'Masterplan 100 % Klimaschutz' Maßnahmen - wie die Gründung eines Energieeffizienz-Netzwerkes für Unternehmen, der fahrradfreundliche Ausbau des ÖPNV oder die Inbetriebnahme eines Küstenkraftwerks - erarbeitet und umgesetzt.

Als erste Zero Waste City Deutschlands gelingt Kiel die Verknüpfung von Klima-, Ressourcen und Meeresschutz, zum Beispiel mit dem hocheffizienten Klärwerk Bülk, einer mit 100 Prozent Ökostrom betriebenen Landstromanlage sowie der Pfandbecher-Initiative 'Kiel geht Mehrweg'.

Die ausgeprägte Bürgerbeteiligung setzt sich aus formalisierten Partizipationsangeboten wie zum Beispiel Ortsbeiräten in allen Stadtteilen sowie der Mitwirkung einer besonders aktiven Zivilgesellschaft zusammen.

Nicht erst durch die Erarbeitung der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie 'Kiel 2042' - dem Jahr, in dem die Landeshauptstadt ihr 800-jähriges Bestehen feiert - übernimmt die Kommune globale Verantwortung, unter anderem in Kooperation mit ihrem tansanischen Partner Moshi District beim Wiederaufbau einer kommunalen Baumschule und deren Weiterentwicklung zu einem Umweltzentrum.“

 
Grafik mit Schrift Nominiert Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021
#DNP13

 

 



Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister

„Kiel ist die einzige Landeshauptstadt, die direkt am Meer liegt und alles was wir waren, sind und sein werden, wird durch dieses Meer geprägt. Der Hafen als Tor zur Welt macht uns Kieler*innen sehr deutlich, dass gerade, wenn es um Nachhaltigkeit und Klimaschutz geht, globale und lokale Verantwortung ganz dicht beieinanderliegen.

Wir wollen der ökologischste Hafen Europas werden. Unser Blue Port Konzept sieht hohe Investitionen in Landstromanlagen vor und gleichzeitig sind wir ein sicherer Hafen für gerettete Mittelmeerflüchtlinge. Das Meer ist Seismograph für Umweltverschmutzungen. Vom Steigen der Meeresspiegel sind wir hier unmittelbar betroffen und wenn irgendwo auf der Welt Plastik oder Öl in die Meere gelangen, bekommen wir das auch hier zu spüren. Auch deshalb sind wir Zero-Waste-Stadt.

Unser Motto für Nachhaltigkeit lautet aus diesen und noch vielen anderen Gründen: Für Kiel und die Welt - global denken, lokal durchstarten.“

 

Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer

 

Stadtpräsident Hans-Werner Tovar

 

Hans-Werner Tovar, Stadtpräsident

„Unser Kieler Anliegen ist es, niemanden zurückzulassen, sondern alle mitzunehmen, und das gelingt uns im konstruktiven Zusammenwirken von Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung.

Niemanden zurückzulassen, alle einzubinden - dafür stehen unsere Orts-, Senioren-, Behinderten- oder Flüchtlings-Beiräte, die in Kiel eine lange und gepflegte Tradition haben. Etwas ganz Besonderes ist auch die Vielzahl an städtischen Förderfonds, die jedes Haushaltsjahr hunderttausende Euro für Projekte zur Verfügung stellen, mit denen Kieler*innen ihr konkretes Umfeld lebenswerter gestalten können.

Wir freuen uns sehr über diese Nominierung und ehrlich gesagt, haben wir sie auch verdient.“